5/07/2013

zitternde knie, trockener hals
blick auf den boden, blick zur wand
zähle die bunten streifen, 14 sind es
manche breiter, manche dünner
ohne ein bestimmtes muster, unregelmäßig
höre nur noch mit halbem ohr hin
während meine lehrerin und meine mutter über das weitere vorgehen reden
höre plötzlich die stimme meiner mutter brechen, sie erzählt von oma
tränen steigen ihr in die augen
ich sehe sie an
um sofort wieder den blick auf den boden zu richten
nicht heulen, nicht heulen
alles unterdrücken, sehe zu meiner lehrerin
sie schaut mich aufmunternd an
"das ist nicht deine schuld, okay?"
das sagt sie noch öfters während des gesprächs
ich bin froh, dass es raus ist
aber es fühlt sich auch irgendwie falsch an
unzählige umarmungen meiner mama
selbst vor ihr kann ich nicht weinen, obwohl ich so gerne würde
sie macht sich so sorgen, viel zu viele
ich fühle mich schuldig
auch wenn ich weiß, dass ich das nicht sollte

2 Kommentare:

  1. genau so war es bei mir auch.. nur dass ich auf zwei Bilder gestarrt habe, weil der Raum keine Streifen hatte..
    Es wird gut, glaub mir. Du kannst stolz sein, dass du den schritt gegangen bist! :)

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