Ich sehe auf mein Handy, 23:50 Uhr. Die Straßen sind Menschenleer, hier
und da eine Katze die einen mit gelben Augen beobachtet. Ich atme dünnen
Rauch aus und reibe meine Hände aneinander, um sie zu wärmen. Philipp
Poisel singt mir in der Wiederholungsschleife vor. Leise summe ich mit.
Meine 7 Zentimeter Absätze hallen wie ein Echo durch die Luft. Klack
Klack Klack, es mischt sich mit leisen schnellen Schritten. Aus meinem
Augenwinkel sehe ich einen Schatten. Ich will mich noch umdrehen, will
noch sehen. Ich spüre einen Schlag, spüre den kalten Asphalt unter mir.
Meine Musik setzt aus, wie ein Tinitus fangen meine Ohren an zu piepsen,
ich höre nichts. Ich frage mich noch "Was ist hier los?" und mir wird
schwarz vor den Augen.
Eine leichte Frostschicht hat sich bereits auf
meine durchsichtige Haut gelegt. Meine Hände tun weh, meine Arme, meine
Rippen. Doch nichts kann dem Schmerz zwischen meinen Beinen Konkurrenz
machen. Es brennt. Ich stehe unter Feuer. Es breitet sich aus und ich
kann es nicht löschen. Behutsam stehe ich auf, es fühlt sich an wie ein
Messer, welches sich bei jedem Schritt von neuem in meinen Bauch bohrt.
Ich
lasse heißes Wasser laufen, zu heiß. Egal. Es prasselt auf meinen
Rücken. Das Wasser mischt sich mit meinen Tränen. Ich schmecke Salz. Ich
fühle mich schmutzig, so dreckig, doch wie kann man sich von innen
heraus nur waschen? Ich gebe es auf, stecke mir Kopfhörer in die Ohren,
das Lied geht von vorne los. "Wie soll ein Mensch das ertragen?"
(nicht von mir geschrieben, nicht wirklich passiert)
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